Unsere Buckfast

In unserer Imkerei setzen wir von Beginn an auf die Bienenrasse Buckfast, eine Zuchtrasse der Westlichen Honigbiene. Diese wurde ab 1916 von Karl Kehrle alias Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast gezüchtet. Die Buckfastbiene wird nicht wie andere Rassen nach Ihrem Aussehen, dem Abstand der Flügel oder den Farbgebungen Ihrer Ringe beurteilt, bei Ihr wird auf die Festlegung von rassetypischen Körpermerkmalen gänzlich verzichtet. Bruder Adam definierte in der gezüchterisch gestalteten Biene ausschließlich Eigenschaften wie Sanftmut, Schwarmträgheit, Honigleistung und Widerstandsfähigkeit. Die genetische Vielfallt des dynamischen Zuchtverfahrens dieser Bienen erhöht die Überlebenschancen der Bienenvölker in unserer heutigen Umwelt.

  • Bienenstand in Stormarn
    Haus-Bienenstand
    Unsere Bienenstände befinden sich im näheren Umkreis von Bad Oldesloe im Landkreis Stormarn. Unsere Bienen wandern nicht sondern verbleiben ausschließlich an ihren Standorten.
  • Begattungseinheit für Buckfast Königinnen
    Begattungseinheiten
    Zur Begattung unserer Buckfast Königinnen verwenden wir Ableger im Standmaß Deutsch-Normalmaß Anderthalb oder Kieler Begattungskästen mit ausreichend Bienenmasse.

Nicht zuletzt bietet eine genetische Vielfallt gegenüber strengen Zuchtverfahren eine bessere Chance sich an stark wechselnde Umweltbedingungen anzupassen. Wir unterstützen daher den Fortbestand und die Verbreitung der Buckfast mit unserer eigenen Zucht von Königinnen und Bienenvölker, welche sich an die Gegebenheiten der Oldesloer Landschaft angepasst haben. Gleichsam möchten wir aber auch betonen, dass die Fortführung der Carnica und Dunklen Biene in den Regionen nicht ausschließen sollte, sondern eine Koexistenz für die verschiedenen Bienenrassen ermöglicht werden sollte.

Zucht der Buckfast

Wir ziehen unsere Königinnen immer von unseren stärksten Bienenvölkern und vermehren nicht nach Selektionskriterien des Aussehens sondern ausschließlich den Erstrebungen des Sanftmuts, Schwarmträgheit und des Honigertrags nach Bruder Adam. Für unsere eigene Zucht führen wir selbstverständlich ein Zuchtbuch, um die Herkunft und Anpaarung nachvollziehbar zu halten. Unsere Königinnen schlüpfen direkt in ihren Völkern, in der Regel sogar im Standmaß oder einem Mehrwabenkasten (MWK) mit ausreichend Raum für die Entwicklung und Beurteilung der Brutleistung.

Für die Fortführung der Linie unserer Zuchtmütter werden diese zur Erhaltung der Buckfast ausschließlich auf Belegstellen begattet. Unsere F1 Königinnen für die Wirtschaftsvölker werden konventionell in der Standbegattung angepaart. Alle von uns erzeugten Buckfast-Königinnen besitzen eine Zuchtkarte und werden stetig nach ihrer Leistung im Verlauf des Bienenjahres beurteilt.

Die Buckfast Bienen weisen folgende Kriterien auf, welche es als zuchtwürdig zu erhalten gilt:

  • Sanftmutig

  • Schwarmträgheit

  • sehr stetiger Wabensitz

  • ausgedehntes und flächiges Brutnest (Hochdeckelung)

  • hoher Honigertrag

  • große und feste Wintertraube / hohe Bienenmasse

  • keine massive Bruteinschränkung bei Trachtlücken

Gleichsam verbrauchen die Bienen der Rasse Buckfast durch die größere Bienenmasse in der Wintertraube auch mehr Winterfutter, sodass mit einem Mehrverbrauch von 10 – 20 % bereits bei der Einfütterung mit einkalkuliert werden muss.

In Folge der weiterhin starken Vermehrung der Varroa Destructor, zuletzt begünstigt auch durch die langen Brutphasen hervorgerufen durch den Klimawandel mit wärmen Temperaturen bis in den Dezember hinein, ist es züchterisch erforderlich geworden, dass wir als Imker durch Selektion Bienen züchten, welche aus sich selbst heraus die Milbe bekämpfen können. Diese sogenannten SMR Faktoren spiegeln sich in einem starken Hygieneverhalten und der Eigenschaft Milben bereits in der verdeckelten Zelle entdecken zu können. Diese züchterischen Faktoren sind inzwischen Bestandteil unserer Zuchtselektion.

Vermehrung unserer Königinnen

Bereits am 1. Mai beginnen wir in der Regel mit unserer ersten Zuchtserie neuer Königinnen. Hierzu bilden wir aus unseren Wirtschaftsvölkern einen Sammelbrutableger mit 6 – 8 Brutwaben aller Stadien sowie den darauf ansitzenden Bienen ohne Königin. Der Ableger wird zusätzliche mit 2 Futterwaben und einem Leerrähmchen versehen um ausreichend Platz für eingetragene Tracht, aber gleichzeitig auch genügend Futter für Schlechtwetterperioden zu haben.

Nach 9 Tagen werden alle angesetzten Weiselzellen gebrochen, hierbei muss äußerste Sorgfalt bestehen, denn nur eine übersehene Weiselzelle würde die gesamte Zuchtserie zerstören. Anschließend geben wir anstelle des Leerrahmens eine Zuchtlatte mit 20 Weiselnäpfen hinein. Diese sollen von den Bienen bespeichelt werden um die Annahme beim Umlarven zu erhöhen. Nach weiteren 24 Stunden werden die bespeichelten Weiselnäpfe mit jüngsten Larven versehen und wieder in den Sammelbrutableger gegeben. Am 5. Tag nach dem Umlarven sind die Weiselzellen bereits verdeckelt und werden von uns zusammen mit 3 – 4 Pflegebienen gekäfigt. Hierdurch können frühzeitig geschlüpfte Weiseln nicht ihre Rivalinnen erstechen.

12 Tage nach dem Umlarven sollten alle Königinnen bereits geschlüpft sein und sich zusammen mit ihren Pflegebienen in den Käfigen befinden. Nun ist es an der Zeit den Sammelbrutableger aufzulösen und die Bienen in kleine Begattungseinheiten aufzuteilen. Dazu wird jeweils eine bienenbesetzte Wabe aus dem Sammelbrutableger mit einem Leerrähmchen und einer Futterwabe in einen Ablegerkasten gegeben und die Königin durch das Flugloch einlaufen gelassen. Sollten überschüssige Königinnen vorhanden sein, setzen wir diese in kleine Begattungskästen und fegen zusätzlich Bienen aus dem Honigraum anderen Völker in diese mit hinein. Die ansitzenden Bienen werden bei der Aufteilung der Waben ein erstes Mal mit Milchsäure zur Bekämpfung der Varroa behandelt.

Nach 2-3 Wochen werden die nun bereits begatteten Königinnen auf Ihre Bruttätigkeit kontrolliert, sollte sich keine offene Brut in den Zellen befinden ist der Begattungsvorgang gescheitert, die Königin wird entfernt und die Bienen mit einem anderen Ableger vereinigt. Zu diesem Zeitpunkt führen wir die zweite Milchsäurebehandlung durch, um die Belastung mit Varroa für die jungen Völker auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Aus den kleinen Völker wachsen bei stetiger Pflege und Fütterung bis zum Herbst überwinterungsfähige Einheiten welche uns im nächsten Jahr als Wirtschaftsvölker dienen sollen.

In der Regel bilden wir im Jahr 2 – 3 Sammelbrutableger im Abstand von etwa 2 Wochen, sodass wir am Ende der Saison auf etwa 25 – 30 begattete Königinnen zurückgreifen können.

Abgabe von Buckfast Königinnen

Jedes Jahr erzeugen wir zur Sicherheit mehr Königinnen als wir eigentlich bis zum Ende des Jahres tatsächlich benötigen. Neben der starken Selektion der gezüchteten Königinnen sichert ein gewisser Überschuss an leistungsstarken und den Kriterien entsprechenden Königinnen auch die Vitalität unserer Wirtschaftsvölker. Auf Anfrage können wir gerne auch Königinnen am Ende der Saison an andere Imker abgeben.

Sie haben Interesse an einer unserer Buckfast Königinnen, dann nehmen Sie einfach über das Kontaktformular kontakt mit uns auf oder rufen Sie uns an. Königinnen und Ableger können Sie auch direkt in unserem Shop bestellen, wir setzen uns dann bzgl. eines Liefertermin zeitnahe mit Ihnen in Verbindung.